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Direktantrieb @ 78 U/min - dem Plattenspieler Beine machen


Schellackplatten kann man auf Flohmärkten noch immer preiswert bekommen. Um die 50 bis 80 Jahre alten
Tonträger abzuspielen braucht man jedoch einen Plattenspieler, der 78 U/min schnell rotiert.
(und ein Schellack-fähiges System :)
Da ich nicht extra für so ein antikes, riesengrosses, riemengetriebenes Monster Geld ausgeben wollte,
schaute ich mir meinen alten Wega JPS 352 P mal genauer an...
plattenspieler
Von Aussen lässt sich dieser direktangetriebene Spieler nur zwischen 33 und 45 umschalten,
außerdem kann man eine Feineinstellung der Drehzahl vornehmen.
schalter
Der elektronische Aufbau der Drehzahlwahl ist denkbar einfach:
schaltplan1
Von den Punkten 1 und 2 laufen Drähte zur Hauptplatine, die uns aber nicht interessieren wird.
An den Punkten 3 und 4 sind Umschalter und Feineinstellplatine miteinander verbunden.
über die Trimmer wurde wohl einmal in der Fabrik ein Abgleich vorgenommen, mit dem "Pitch" - Regler
auf Mittelstellung.
FÜr die neue Drehzahl muss man den zweistufigen Umschalter durch einen dreistufigen ersetzen,
oder einen weiteren zweistufigen vorschalten, mit welchem man dann zwischen 33/45 und 78 wählt.
Da im Plattenspieler ein weiterer zweistufiger vorhanden war (Repeat-Funktion, war mal ein Halbautomat,
aber ich habe die Repeat-Funktion schon lange deaktiviert), nutzte ich diesen.
Den für 78 U/min notwendigen Widerstand habe ich nicht kompliziert errechnet, da die Regelung
ohnehin irgend eine nichtlineare Kennlinie hat, sondern einfach mittels 100k-Poti ausprobiert.
Dazu lötet man den Draht am Umschalter (Punkt 1) ab, außerdem lötet man zwischen Trimmern
und Pitch Regler einen neuen an (bzw. auf die Platine auf), zwischen diese beiden Drähte kommt
der 100k Poti, der Anfangs auf maximalen Widerstand gestellt wird (also volle 100k)
Ein verstellen des Reglers (verringern des Widerstandes) bewirkt eine erhöhunng der Drehzahl
Zum Messen der Drehzahl wird bei Plattenspielern traditionell eine Stroboskopscheibe benutzt.
Die Scheibe wird Anstelle einer Schallplatte auf den rotierenden Teller gelegt, das Muster auf der Scheibe
scheint bei stroboskopischer Beleuchtung (z.b. Glimmlampe) und korrekter Drehzahl zu stehen.
Für gängige Drehzahlen gibt es ein kleines Tool, was die Muster als .bmp's erstellt.
Tool zum Stroboskopscheiben drucken
Bei meinem Spieler ergab sich ein Wert von ~70k. Verbaut habe ich daher eine Kombination aus einem
50k Spindeltrimmer und einem 22k Widerstand.
trimmer
Quick'n'Dirty via Klebeband innen festgeklebt. :)
Die neue Verschaltung :
schaltplan2
Nochmal die Feineinstellplatine und der Umschalter innen:
platine
Bevor man seinen Plattenspieler unters Messer (Schraubendreher) nimmt :
Ich übernehme keine Verantwortung für nix :)
Netzstecker ziehen
Fragen, Erfolge, Misserfolge mir mitteilen

Weiterführende Links:
www.schellacks.de Allgemeines zum Thema Schellackplatten
www.plattenwaschen.de Forum zum Thema Schallplatten
www.hifi-forum.de Allgemeines Hifi-Forum (gross, gut frequentiert)
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